Wie man auch ohne Pinterest Pixel gute Zielgruppen in Pinterest erstellt (Stichwort: Datenschutz)

Wie man auch ohne Pinterest Pixel gute Zielgruppen in Pinterest erstellt (Stichwort: Datenschutz)

Um erfolgreich Pinterest Ads zu schalten, sollte man gute Zielgruppen definieren. Doch wie steht es um das Thema Datenschutz und Pinterest? Lesen Sie hier wie man es schafft, relevante Zielgruppen für die eigenen Produkte und Dienstleistungen zu erstellen, ohne Cookies einzusetzen.

In Pinterest erstellt man erfolgreiche Zielgruppen über den Pinterest Ads Manager. Je besser die Zielgruppe definiert wird, desto höher ist die Interaktionsrate.

Was ist eine Pinterest Zielgruppe?

Bei Zielgruppen handelt es sich in Pinterest um Personen, die bereits eine Beziehung zum Unternehmen aufgebaut haben. Diese Personen haben schon in irgendeiner Form mit dem eigenen Unternehmen interagiert: Das sind z. B. Kunden, Webseitenbesucher, oder auch Personen, die mit Pins des eigenen Pinterest-Profils interagiert haben.

Achtung: In diesem Artikel geht es nur um das, was Pinterest selbst im Ads Manager als Zielgruppe bezeichnet. Natürlich gibt es auch noch ein Zielgruppen-Targeting auf Basis von Keywords, Standort, Demographie oder Interesse. Einen ausführlichen Artikel dazu finden Sie hier.

Wie kann man Zielgruppen auf Pinterest nutzen?

Pinterest Zielgruppen sind besonders wertvoll, da sie bereits Interesse an den eigenen Produkten und Dienstleistungen bzw. dem Unternehmen gezeigt haben. Mit Zielgruppen kann man also all die Personen, zu denen man schon eine Beziehung aufgebaut hat, wieder mit neuen/ anderen Inhalten in Pinterest ansprechen.

Man spricht bei der Form des Marketings auch von Retargeting. Retargeting hat sich im Onlinemarketing als interessantes Instrument etabliert, um interessierte Personen bzw. potenzielle Kunden erneut durch eine Werbeanzeige zu erreichen.

Welche verschiedenen Typen von Pinterest Zielgruppen gibt es?

Folgende unternehmenseigene Ausgangs-Quellen stehen für Pinterest Custom Audiences zur Verfügung:

1. Zielgruppe: Websitebesucher (mittels Pinterest Pixel)

Alle Besucher der eigenen Website können eine Pinterest Zielgruppe bilden. Diese werden über einen in die Website eingebundenen Cookie getrackt (= sogenanntes Pinterest Pixel).

2. Zielgruppe: Kunden (mittels hochgeladener Kundenliste)

Indem man die gehashten E-Mail-Adressen bestehender Kunden als CSV-Kundenliste hochlädt, kann man auch bestehende Kunden ansprechen. Die Kundenliste wird beim Upload in Pinterest verschlüsselt.

3. Zielgruppe: Mit Pins Interagierende (=kontextuelles Targeting)

Wenn man seine Website in Pinterest verifiziert hat, kann man all diejenigen in einer Zielgruppe erfassen, die zuvor mit den organischen Pins sowie den bezahlten Anzeigen interagiert haben, die zur eigenen verifizierten Website führen. Man spricht hierbei vom sogenannten kontextuellen Targeting. Als Interaktionen zählen:

  • Closeups (=Vergrößern des Pins)
  • Merken
  • Kommentare
  • Linkaufrufe
  • Blättern durch Karten von Karussell-Pins

Anschließend kann man noch spezifischere Einstellungen vornehmen, indem man seiner Zielgruppe weitere Filter hinzufügt, um Personen zu erreichen oder auszuschließen. Angefangen von der Ziel-URL über die organische Pin-ID bis zu Videoaufrufen in Prozent. Mehr dazu ganz unten.

4. Zielgruppe: Pinterest ActAlike-Zielgruppe

Eine Pinterest ActAlike-Zielgruppe beinhaltet statistische Zwillinge: Hier werden Personen aufgenommen, die die gleichen oder ähnliche Merkmale wie eine bekannte Pinterest Zielgruppe (=Quell-Zielgruppe) haben. Die Quell-Zielgruppe speist sich aus einer der drei zuvor beschriebenen Zielgruppen.

Was muss man beim Thema Pinterest Zielgruppen und Datenschutz beachten?

Anmerkung: Dieser Abschnitt stellt keine Rechtsberatung dar. Für genauere Informationen sollten Sie einen Anwalt oder Datenschutzbeauftragten konsultieren.

Datenschutz und Kundendaten: Upload Kundenliste

Beim Upload einer E-Mail-Kundenliste muss man vorsichtig sein. Denn es gibt bereits ein Urteil zu Facebooks Custom Audiences, die ja ähnlich wie Pinterests Zielgruppen funktionieren: Der Einsatz von Facebook Custom Audiences ohne Einwilligung des Nutzers verstößt laut einem Urteil des Bayrischen Verwaltungsgerichtshofs gegen den Datenschutz. Ausführliche Infos: https://datenschutzbeauftragter-dsgvo.com/dsgvo-entscheidung-einsatz-facebook-custom-audience/

Datenschutz und Cookies: Pinterest Pixel / Tag

Das Tracking von Website-Besuchern über den Pinterest-Pixel (auch Pinterest Tag genannt) wird immer schwieriger:

  • Das Hickhack um die DSGVO und die bevorstehenden Novelle der E-Privacy-Verordnung verunsichert viele Unternehmen was den Einsatz von Cookies betrifft. Viele setzen daher vorsichtshalber gar keine Cookies für Werbezwecke ein.
  • Die neuartigen Cookie Consent Management Systeme, die von vielen Unternehmen seit einiger Zeit genutzt werden, verhindern ein Auslösen des Cookies, sobald die Nutzer Cookies für Marketingzwecke nicht zulassen.
  • Viele Browser bringen schon von Haus aus Werbeblocker mit.

Unternehmen verzichten damit allerdings auf eine erfolgversprechende Werbemöglichkeit.

Doch es gibt ja noch weitere Möglichkeiten zu guten Zielgruppen zu kommen.

Datenschutzkonforme Zielgruppenauswahl auf Pinterest

Aus Datenschutzsicht unproblematisch ist die Zielgruppenauswahl über demographische Merkmale wie Standort, Alter und Interesse.

Auch auf Retargeting muss aus Datenschutzgesichtspunkten auf Pinterest nicht vollständig verzichten, denn es gibt ja noch die Möglichkeit Zielgruppen zu erstellen, die mit den eigenen Pins interagieren (Beschreibung siehe 3. Zielgruppe weiter oben).

Kontextuelles Targeting: So generiert man gute Pinterest-Interaktions-Zielgruppen

Natürlich sind die Interaktions-Zielgruppen auf Pinterest nur so gut wie die Inhalte, mit denen die Zielgruppe davor interagiert hat. Der Vorteil ist, dass man in Pinterest Zielgruppen filtern kann, die mit ganz spezifischen Inhalten interagiert haben:

  • Über die Pin-ID (nur über organische Pins möglich und nicht von Anzeigen): Pinterest-Nutzer, die mit ganz spezifischen Pins oder Gruppen von Pins interagiert haben.
  • Über die Ziel-URL: Pinterest-Nutzer, die mit ganz spezifischen Ziel-URLs interagiert haben.
  • Über die Pin-Kategorie: Pinterest-Nutzer, die mit ganz spezifischen Pin-Kategorien interagiert haben.
  • Über Videoaufrufe in Prozent: Pinterest-Nutzer, die ein ganz spezifisches Video zu xx Prozent angeschaut hat
  • Über Aktionstypen (Merken, Close-ups etc.): Zusätzlich kann man noch nach bestimmten Aktions-Typen filtern.

Es nützt einem trotzdem nichts, wenn der Kontext der Inhalte, aus denen man die Zielgruppen in Pinterest filtert, inhaltlich zu weit weg vom Thema der Werbeanzeigen ist. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach.

Am besten lässt sich das mit einigen Beispielen darstellen.

Negative Beispiele für Pinterest Zielgruppen:

  • Wenn ein Schreiner ein witziges Katzenvideo in Pinterest veröffentlicht, um aus allen Nutzern, die mehr als 50 Prozent des Videos angesehen haben, eine Zielgruppe in Pinterest zu erstellen, wird der Erfolg von Werbeanzeigen zu Tischen und Schränken ausbleiben. Die Zielgruppe „Katzenvideo-Zuschauer“ passt thematisch einfach nicht zu den eigenen Produkten und Dienstleistungen.
  • Wenn eine lokaler Dekoladen aus Interaktionen mit seinen Pins der Kategorie „Spiegel“ eine Pinterest Zielgruppe erstellt, wird diese nur wenig erfolgversprechend für Werbeanzeigen für Vasen sein.

Positive Beispiele für Pinterest Zielgruppen:

  • Wenn ein Poolbauer Pins von seinen Pools veröffentlicht, und daraus eine Pinterest Zielgruppe erstellt, wird die anschließende Werbeanzeige mit einer Rabatt-Aktion rund um die eigenen Pools vermutlich erfolgreich werden.
  • Wenn ein Blumenladen Pins mit Ratschlägen rund um die Pflanzenpflege veröffentlicht (und auf seinen Blog mit einem ausführlichen Artikel zum Thema verlinkt), und daraus eine Pinterest Zielgruppe erstellt, werden anschließende Pinterest Ads mit Werbung für die eigenen Blumen-Arrangements sehr vielversprechend sein. Natürlich sollte dies Zielgruppe noch spezifischer eingestellt werden und die Anzeige nur an Kunden im Einzugsgebiet ausgespielt werden.
  • Wenn ein Friseur Videos mit Frisur-Tipps in Pinterest veröffentlicht, und daraus anschließend eine Pinterest Zielgruppe erstellt, wird die anschließende Werbeanzeige für seinen Friseur-Salon vermutlich sehr erfolgreich sein. Auch hier bedarf es noch spezifischerer Einstellungen, sodass die Anzeige nur an Kunden im Einzugsgebiet ausgeliefert wird.

Fazit: Kontextuelles Targeting als Alternative zum Pinterest Pixel

Wer in Zeiten von DSGVO, E-Privacy-Verordnung und Adblockern auf Nummer sicher gehen will, setzt auf Content Marketing. Punkten Sie mit guten Inhalten und machen daraus kontextuelle Zielgruppen. Wer das gut macht, wird Erfolg haben.

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