Online-Branchenverzeichnisse: Welche lokalen Verzeichniseinträge machen 2020 überhaupt noch Sinn?

Online-Branchenverzeichnisse: Welche lokalen Verzeichniseinträge machen 2020 überhaupt noch Sinn?

Muss man dafür heutzutage unbedingt eine Vielzahl an lokalen Verzeichniseinträgen pflegen? Oder reicht auch ein gut gepflegter Google MyBusiness-Eintrag? 

Öffnungszeiten, Telefonnummern und Adressen von Unternehmen sind nach wie vor die über das Internet meist gesuchten Informationen. Für diese oftmals standort- bzw. unternehmensbezogene Suche nutzen Konsumenten Suchmaschinen wie Google oder Bing. 

In den Suchmaschinen werden auch Verzeichnis-Einträge einer Vielzahl von Branchenbüchern angezeigt. Dort haben lokale Unternehmen oftmals die Möglichkeit ihr Unternehmen kostenlos einzutragen.

Welche Online-Verzeichnisse gibt es?

Sehr viele 😊 Als die Telefonbuchverlage merkten, dass Ihnen die Felle davon schwimmen, switchten die Verlage um und schufen Online-Verzeichnisse. Um nur einige zu nennen:

  • Das Örtliche
  • Das Telefonbuch
  • GoYellow
  • Gelbe Seiten
  • 11880
  • Yelp
  • Bing
  • Apple Maps
  • Google Maps

Eine etwas ältere Infografik von MOZ aus dem Jahr 2014 visualisiert das deutsche Verzeichnis-Ökosystem.

local search ecosystem germany

Doch braucht man solche Branchenbuch-Einträge im Jahr 2020 überhaupt noch?

Um die Frage zu beantworten, sollte man das lokale Suchverhalten von Konsumenten genauer analysieren.

Daten zum lokalen Suchverhalten

Neuere Daten von Jumpshot aus dem Jahr 2019 belegen, dass

  • bei der lokalen Suche mit einem Desktop-PC über 1/3 der Suchenden schon alle gesuchten Infos in den Suchergebnissen gefunden haben und nicht mehr weitergeklickt haben.
  • bei der Suche nach lokalen Informationen mit einem Mobilgerät sogar über 60 % der Suchenden alle Infos in den Suchergebnissen / Google My Business gefunden haben und ihre Suche erfolgreich abgebrochen haben.

Daraus wird ersichtlich, dass ein Großteil der Informationen bereits direkt in den Suchmaschinen gefunden werden.

Was bedeutet das für lokale Unternehmen?

  1. Das allerwichtigste ist ein gut gepflegter Eintrag in Google MyBusiness (und damit auch bei Google Maps).
  2. Da auch Bing gewisse Marktanteile hat (und auch die in Deutschland beliebter werdende Suchmaschine Ecosia darauf basiert), lohnt sich auch dort einen Eintrag vorzunehmen.
  3. Auch über einen Eintrag in Apple Maps können lokale Unternehmen nachdenken. Apples Kartensystem wird immer besser und wie man bekanntlich weiß lässt Apple seine Nutzer ungern aus dem Apple-Ökosystem.

Doch wie steht es um die anderen Online-Verzeichnisse?

Ein Punkt, der auch für weitere Einträge in Branchenverzeichnissen spricht, sind verbesserte Rankings in Google. Warum das denn?

Google zieht in seinen Algorithmus viele Faktoren ein. U.a. gehört dazu auch wie oft die eigene Website von anderen Seiten verlinkt wird. Darüber hinaus auch, ob Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer in den verschiedenen Verzeichnissen übereinstimmen.

Für kleine Unternehmen in umkämpften Branchen kann es somit durchaus Sinn machen aktuelle und korrekte Informationen über das eigene Unternehmen in weiteren lokalen Verzeichnissen online bereitzustellen.

Je nach Branche machen auch unterschiedliche Online-Verzeichnisse Sinn: Ein Arzt sollte beispielsweise in Jameda korrekt gelistet sein oder ein Handwerker bei MyHammer.

Branchenverzeichnisse händisch pflegen oder Verzeichnis-Plattform nutzen?

Damit nicht jeder lokale Brancheneintrag einzeln gepflegt werden muss, haben sich Plattformen entwickelt, über welche man zentral auf eine Vielzahl von lokalen Verzeichnissen zugreifen kann. Bei allen Plattformen zahlt man einen monatlichen Betrag, um seine Verzeichnisse zu pflegen. Gerade bei Filialisten, die eine Vielzahl von Standorten verwalten müssen, kann eine solche Lösung Sinn machen.

Folgende Verzeichnis-Plattformen gibt es:

  • Uberall
  • Yext
  • Omnea

Alle drei Plattformen versprechen bessere Rankings in Suchmaschinen.

Achtung: In den Plattformen fehlt auch das eine oder andere Verzeichnis.

Erfahrungen: Meine Erfahrungen mit diesen Plattformen waren durchwachsen, da Updates von Unternehmensinformationen oftmals nur sehr langsam in den Verzeichnissen sichtbar wurden.

Empfehlungen für den Umgang mit Online-Verzeichnissen im Jahr 2020:

  1. Für kleine, lokale Unternehmen ist ein gut gepflegter Google MyBusiness-Eintrag aus Kosten-Nutzen-Sicht absolut ausreichend.
  2. Je wettbewerbsintensiver die Branche, desto eher sollte man sich um weitere Branchenverzeichnisse kümmern.
  3. Und je mehr Filialen und Standorte ein Unternehmen hat, desto eher sollte man auf eine Plattform wie Uberall zugreifen.
  4. In bestimmten Branchen gibt es besonders relevante Verzeichnisse, wie z.B. Jameda für Ärzte und MyHammer bei Handwerkern. In diesen sollten sich Unternehmen in entsprechenden Branchen registrieren.

Fazit

Branchenbücher haben es nicht leicht. Nachdem vor 20 Jahren Telefonbücher immer weniger relevant wurden, verlieren Einträge in Online-Branchenverzeichnissen in den letzten Jahren an Relevanz. Außer eben Google MyBusiness. Und mit Abstrichen Bing und Apple Maps.

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